SalzmannCup 2018 auf dem Degerfeld


Der Salzmanncup, der Vereins Segelkunstflugwettbewerb, findet dieses Jahr auf dem Gelände des LSV-Degerfeld auf der schönen Schwäbischen Alb statt. 

Termin: 30. Mai bis 03. Juni 2018  

Die Ausschreibung ist ab dem 14. März 2018 online !

Auf der Seite www.segelkunstflug.com/salzmanncup-2018 werden alle notwendigen Informationen rund um den Wettbewerb zu finden sein.

Kleine Deutsche Meisterschaft im Segelkunstflug kommt nach Albstadt

Stille Präzisionsarbeit am Himmel über dem Degerfeld: Der Luftsportverein ist vom 31. Mai bis 3. Juni, Donnerstag bis Sonntag, Gastgeber des Salzmann-Cups 2018. Der Wettbewerb gilt als die „kleine Deutsche Meisterschaft“ im Segelkunstflug.

Dazu werden rund 50 Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet erwartet. Offizieller Veranstalter ist der Förderverein Segelkunstflug im Baden-Württembergischen Luftfahrtverband (BWLV), Schirmherr des Traditionswettbewerbs, der erstmals auf dem Platz zwischen Tailfingen und Bitz ausgetragen wird, Albstadts OB Klaus Konzelmann.

Die Teilnehmer treten in drei Wettbewerbsklassen an: „Sportsman“ für Einsteiger, „Advanced“ für Fortgeschrittene und „Unlimited“ für Profis. In der höchsten Klasse fliegen die Leistungssportler Figuren mit einer Fliehkraftbelastung von bis zur sechsfachen Erdbeschleunigung.

 Der LSV Degerfeld bittet die Anlieger um Verständnis für das erhöhte Flugaufkommen. Der Kunstflug findet direkt über dem Degerfeld statt und ist lautlos. Jedoch müssen die Segelflugzeuge mit Motormaschinen auf die Ausgangshöhe von 1250 Metern gebracht werden. Der Verein weist die Schlepp-Piloten an, bewohntes Gebiet zu meiden; außerdem soll es unterschiedliche Schlepp-Routen geben. Bewohner sollen so wenig wie möglich gestört werden.

 Die Organisatoren von Seiten des LSV Degerfeld sind ebenfalls Segelkunstflieger: Gregor Wilke und Martin Krämer waren lange Jahre Mitglieder der Deutschen Nationalmannschaft, das Trio wird von Martin Schick vervollständigt.

Übrigens: Der Wettbewerb hat eine enge Verbindung zum Zollernalbkreis. Namensgeber ist Wilhelm Düerkop, in Fliegerkreisen als „Salzmann“ bekannt. Über Jahrzehnte hinweg förderte er den Segelkunstflug im Land. Seinen Spitznamen bekam er durch seinen Beruf als Steiger im Salzbergwerk Stetten/Haigerloch.

 

Hauptversammlung 2018

Schöne Erfolge, aber auch gewaltige Arbeit vor und hinter den Kulissen: Der Luftsportverein (LSV) Degerfeld ist auf Kurs. Mit teilerneuerter Führungsmannschaft gehen die Flieger in die neue Saison. Sie haben einiges vor. 

Bilanz zogen Vorstand und Mitglieder am Freitag in der Flugplatz-Gaststätte. Vorsitzender Hans-Gudio Voss ist zufrieden: „Die Gemeinschaft funktioniert.“ Wie leistungsfähig und -bereit die Mitglieder seien, hätte das Flugplatzfest 2017 gezeigt. Laut Vorstand war es mit Abstand das erfolgreichste der vergangenen Jahre. „Wir haben enorm viele positive Rückmeldungen bekommen, von den Besuchern und von der Stadt“, so Voss. Die Mitglieder hätten an der Belastungsgrenze gearbeitet und gezeigt, „was wir können“. Die Gemeinschaft im LSV funktioniere, die Jugendabteilung sei „engagiert und extrem aktiv“. Verabschiedet wurde aus dem Vorstand Siegmar Engelfried, Vize-Vorsitzender und zwölf Jahre lang Hauptorganisator des Flugplatzfests. Er werde den Stellvertreter „mit seiner pragmatischen und direkten Art“ sehr vermissen. Probleme bereiten laut Voss hingegen die „ausufernden behördlichen Auflagen“, nicht nur in der Fliegerei, sondern im Vereinsleben überhaupt. Eine Reihe von Klubs sei dazu übergegangen, Geschäftsführer einzustellen, um den formalen Aufwand überhaupt noch bewältigen zu können. Der LSV sei hingegen durchgehend ehrenamtlich geführt und solle das auch bleiben. 

Finanziell ist der Verein solide aufgestellt, berichtete Kassierer Kai Gminder.  Dank Flugplatzfest, Spenden von Firmen aus dem Zollernalbkreis und Zuschüssen des Landesluftfahrtverbands BWLV konnte der Verein in neue Hallentore, einen neuen Traktor zur Pflege des 100.000 Quadratmeter großen Fluggeländes, einen Austauschmotor für ein Flugzeug, die Grundüberholung eines Motorflugzeugs und in Sicherheitstechnik für Segelflugzeuge investieren. Rücklagen für den Bau einer neuen Abwasserentsorgung sowie eine Planungsrate für den Bau eines neuen Vereinsheims seien vorhanden. Der Verein habe aktuell 260 Mitglieder, die Hälfte davon seien aktive Piloten. Der Flugzeugpark sei „gut ausgelastet“.

Was sich in der LSV-Flugschule mit derzeit 14 ehrenamtlichen Segelflug-Lehrern und fünf Motorfluglehrern tut, berichtete Ausbildungsleiter Ramon Binder. Zuletzt hatte der Verein 23 Flugschüler in Ausbildung. Voriges Jahr gab zwei neue Motorfluglizenzen, einen Segelflugschein und drei neue Berechtigungen für Motorsegler. Auch die Werkstatt-Mannschaft um Leiterin Ines Pfabe wurde rechtzeitig fertig mit der Wartung der Flotte (wir berichteten). Weitere, junge Technikwarte sollen zu Lehrgängen des Landesverbands geschickt werden. Aktuell hat die Jugendabteilung 26 Mitglieder, so Jugendleiter Tom Ebert. Sie seien „motiviert dabei“ und planen auch für diesen Sommer ein Fluglager am Platz. 

Ehrenvorsitzender Manfred Birk nannte das Degerfeld ein „Fliegerparadies“, es gebe aber „viele Bedrängnisse von Außen“, etwa wachsender Bürokratismus oder Pläne für Windkraftanlagen direkt in Platznähe. Der „Traum vom Fliegen“ sei sehr alt. Ein Verein mache es erst möglich, dass sich jedermann es leisten könne, ihn zu erfüllen. Er rief alle Mitglieder dazu auf, das „Getriebe Vereinsgefüge“ durch eigenen Einsatz stets zu ölen. 

Der Verein ernannte seinen langjährigen Funktionär Günter Horn zum Ehrenmitglied. Horn ist seit 51 Jahren Mitglied im LSV und stellte sich 43 Jahre davon als Funktionär zur Verfügung. 30 Jahre lang, bis 2012, war er Kassierer. Seit 2012 ist er Kassenprüfer. Der Bankfachwirt galt als einer der Garanten einer vorsichtigen und soliden Finanzierung des Vereins. Langjährige Mitglieder des LSV zeichnete Dieter Beck, zuständiger Präsidialrat des Landesluftfahrtverbands, aus. Bei den Wahlen gab es eine Reihe von Veränderungen in Vorstand und Ausschuss (Info). 

Für das laufende Jahr plant der LSV wieder sein Flugplatzfest, das wie gehabt am letzten Augustwochenende stattfindet. Am langen Wochenende um Fronleichnam, 31. Mai, findet der Salzmann-Cup auf dem Degerfeld statt. Zu diesem Wettbewerb im Segelkunstflug werden rund 50 Teilnehmer aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland in Albstadt erwartet. Schirmherr des Wettbewerbs ist Albstadts Oberbürgermeister Klaus Konzelmann. 

Wahlen und Ehrungen:

Wahlen: Vorsitzender Hans-Guido Voss, stellvertretende Vorsitzende Harald Birk und Norbert Erbe, Kassierer Kai Gminder, Ausbildungsleiter Martin Schick, Hauptflugleiter Sebastian Gärtner, Werkstattleiterin Ines Pfabe, Schriftführer Dirk Schädlich, Jugendleiter Tom Ebert, Pressereferent Volker Rath, Platz- und Hallenwart Peter Fischer, Fahrzeugwart Axel von Reth, Kassenprüfer Günter Horn und Hans Straubinger, Ausschussmitglieder Bernhard Gestrich, Dieter Schempp, Dietmar Heck und Volker Wissmann. 

Ehrungen: Silberne Ehrennadel des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbands (BWLV): Norbert Erbe. Bronzene Ehrennadel des BWLV: Hermann Diebold, Dirk Schädlich und Kai Gminder. Ehrenmitglied: Günter Horn. 

 

Die Gewählten und Geehrten des LSV Degerfeld mit dem alten und neuen Vorsitzenden Hans-Guido Voss (Zweiter von rechts). Foto: LSV Degerfeld

Schnee weg – dann kann die neue Flugsaison beginnen

LSV Degerfeld macht seine Flotte klar / Prüfer lobt engagierte Vereinsjugend

Im Prinzip startklar, jetzt muss nur noch der Schnee schmelzen: Der Luftsportverein (LSV) Degerfeld macht sich hinter den Werkstatttüren fit für die neue Saison.

Der Großteil der Flotte von 14 Maschinen – darunter drei Motor- und elf Segelflugzeuge – ist gewartet und hat von den Prüfern des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbands bereits den sogenannten Nachprüfschein erhalten. Das ist sozusagen der TÜV für Flugzeuge. Die Maschinen wurden für lufttüchtig befunden. „Was dem Prüfer besonders aufgefallen war, ist unsere engagierte und interessierte Jugendmannschaft“, sagt die Werkstattleiterin des LSV, Ines Pfabe.

Sie und rund 50 weitere Helfer in der Werkstatt-Truppe haben die Winterabende und -wochenenden genutzt, die Flugzeuge genau zu befunden, zu reinigen, kleinere Blessuren zu reparieren und Verschleißteile nach vorgeschriebenem Wartungsintervall auszutauschen. Rund 20 Stunden Wartung stecken durchschnittlich in einem Segelflugzeug, so Pfabe. Bei den Schulflugzeugen, die praktisch im Dauerbetrieb sind und alleine schon deshalb mehr beansprucht werden, sei der Aufwand höher. Traditionionell sind die Flugschüler in die technische Arbeit eingebunden; Eigenleistung ermöglicht nicht nur die günstigen Flugkonditionen, die der Verein anbietet. Gleichzeitig lernen die Schüler mehr über Technik und Funktionsweise der Maschinen.

Ganz durch ist die Truppe noch nicht mit der Winterarbeit. „Zwei Flugzeuge stehen aktuell noch in der Werkstatt. Außerdem müssen technische Geräte wie die Seilwinder noch gewartet werden“, so Pfabe. „Aber danach sollten wir wieder gut aufgestellt sein.“ Sorge, dass ihr die Arbeit ausgehen könnte, hat die junge Werkstattleiterin trotzdem nicht.

Indessen ist eine kleine Mannschaft von erfahrenen Schraubern des LSV Degerfeld dabei, die leistungsstarke Schleppmaschine vom Typ „Husky“ total zu restaurieren. Sie wurde komplett zerlegt und überholt. Der Stahlrohrrumpf ist neu lackiert und frisch bespannt, jetzt läuft der Einbau von Technik und Interieur. Unzählige Arbeitsstunden stecken drin. Aber es gehe mittlerweile gut voran. Nach Abschluss der Arbeiten stehe das Flugzeug praktisch da wie neu. 

Unter den kritischen Augen des Verbandsprüfers führten die Mitglieder des LSV Degerfelds ihre Maschinen zur Jahresabnahme vor.
Noch ist das Degerfeld winterlich. Wenn der Schnee weg ist, kann die neue Saison beginnen.

Momente für die Ewigkeit

Fritz Lebherz ist tot. Das Bitzer Urgestein und Mitbegründer des Luftsports im Raum Albstadt nach dem Zweiten Weltkrieg starb vergangene Woche,  kurz vor seinem 92. Geburtstag.

 

Die Nachricht machte im Luftsportverein (LSV) Degerfeld rasch die Runde. Wenngleich er schon einige Jahre nicht mehr selbst am Steuerknüppel gesessen hatte, war er dennoch bis zuletzt regelmäßig zu Gast auf seinem Flugplatz.

 

Mit Lebherz starb einer der letzten Zeitzeugen, die die Anfänge der Fliegerei im Raum Albstadt noch selbst miterlebt hatten. Er selbst hatte 1940 seine Segelflug-Ausbildung begonnen. Wie seinerzeit üblich, absolvierte Lebherz seine erste Starts auf dem Schulgleiter (SG) 38. Diese Hüpfer am Hang dauerten nur Sekunden. Zwei Jahre später absolvierte er auf der Teck die sogenannte B-Prüfung.

 

Als die Alliierten 1951 den Segelflug nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland wieder erlaubten, nahm die Fliegergruppe Bitz umgehend den Betrieb auf. Fritz Lebherz war mit dabei. Mit gespendetem Material und einfachsten Mitteln baute die Gruppe zwei Segelflugzeuge in Eigenregie auf. Zusammen mit den Fliegergruppen aus Tailfingen und Ebingen nutzten die Bitzer schon seinerzeit das Degerfeld als Fluggelände. 1966 erfolgte der Zusammenschluss zum heutigen LSV Degerfeld mit rund 250 Mitgliedern.

 

Fritz Lebherz hat für fliegerische Leistungen zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter die Gold-C mit drei Diamanten – seinerzeit das höchste Leistungsabzeichen, das für Segelflüge vergeben wurde. 2012 ernannte der LSV Degerfeld Fritz Lebherz zum Ehrenmitglied des Vereins. Er flog noch selbst Segelflugzeuge und den Motorsegler des Vereins, als er weit über 80 Jahre alt war.

 

Seinen spektakulärsten Flug absolvierte Fritz Lebherz am 21. April 1981: Mit dem „Cirrus“ des Vereins flog er an diesem Tag fast 600 Kilometer weit und landete auf einer Wiese nordwestlich von Paris. Die französische Polizei organisierte ihm eine Übernachtungsmöglichkeit und für die Maschine einen sicheren Abstellplatz. Seine Vereinskameraden holten ihm tags darauf mit dem Auto und Anhänger ab. Damit ging er in die Annalen des Vereins ein. Fritz Lebherz erzählte zuletzt viel von diesem Flug – für ihn persönlich und in der Vereinsgeschichte ein Moment für die Ewigkeit.

 

Ein besonderes emotionales Erlebnis hatte er auch 2008. Anlässlich des 75. Jubiläums des Flugplatzes Degerfeld hob dort erstmals nach rund 70 Jahren wieder ein Schulgleiter 38 ab, eine originalgetreue Replika des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbands (BWLV). Fritz Lebherz war dabei, mit anderen Veteranen, um von den widrigen Anfängen des Luftsports zu erzählen: 15 Flugschüler drängelten sich damals um den SG 38, nachdem sie den Flieger mit der Handkarre von Bitz her- und den Hang hinaufgeschoben hatten. 13 Stunden Schufterei mit einer vagen Hoffnung, in die Luft zu kommen. „Wenn man pro Tag einmal dran kam, war man glücklich“, berichtete Lebherz.